Neues aus der Schützengilde
Sehnen-Workshop
Kurt Riester • 1. Februar 2023
Eigene Sehne bauen.

Jede Bogenschützin und jeder Bogenschütze hat „Eine“. Ohne sie geht es nicht. Sie bringt den Bogen auf Spannung. Sie gibt dem Pfeil die Geschwindigkeit. Oft fällt sie gar nicht auf. Gefragt wird meist nur nach dem Bogen.
Was aber, wenn man plötzlich eine "Neue" braucht, wenn sich die Wicklungen der "Alten" aufgelöst haben, oder die Pfeile nicht mehr richtig einnocken? Spätestens dann stellt sich die Frage nach der passenden SEHNE für meinen Bogen. Welche Sehne brauche ich denn? Dacron oder Fastflight? Endlos oder flämisch gespleißt? Acht oder 16 Stränge? Die Mittelwicklung? Und wie lang soll meine Sehne überhaupt sein? Wo gibt es gute und günstige Sehnen zu kaufen? Nachschub-Engpässe bei den Händlern, 14 Tage Lieferzeit! Alles Fragen und Erfahrungen, die fast jeder Bogensportler kennt. Da liegt es doch nahe, die eigene Sehne selbst zu bauen!
Das Grundwissen hierzu teilte Willi Fischer bei einem Workshop im Schützenhaus mit sechs Teilnehmern und einer Teilnehmerin. Das Anschauungsobjekt: Ein Vereinsbogen mit verschlissener Sehne. Zunächst wurde die Länge des Bogens bestimmt. Nicht immer ganz einfach, wenn Herstellerangaben fehlen. Hier wird das Maßband am abgespannten Bogen zwischen den Sehnenkerben der beiden Wurfarme angelegt. Beim Vereinsbogen z.B. 162,5 cm. Dementsprechend wurde der “Sehnengalgen“ skaliert und aus dem Sehnenmaterial “Dacron“ eine 10-Strang-Sehne für den 68-Zoll-Bogen gebaut. Die Anfertigung der Endwicklungen und der Mittelwicklung – wohl der kniffligste Teil des Sehnenbaus – wurde zunächst an einem Modell geübt, so dass die Teilnehmer mit Wickeltechnik und Wickelgerät rasch vertraut waren. Nach zwei Stunden konnte man die neue Sehne aufspannen und den Vereinsbogen und auf die richtige Standhöhe bringen. Abschließend wurde der Begrenzungspunkt eingemessen und angeklemmt, so dass der erste Pfeil auf der selbst gebauten Sehne perfekt eingenockt werden konnte.
Neben Willi Fischer und zwei bereits erfahrenen “Sehnenbauern“ sind nun auch weitere Mitglieder sachkundig und trauen sich vielleicht einmal an den Bau der eigenen Sehne heran. Der Schießleiter der Bogenabteilung, Kurt Riester, bedankte sich bei seinem Vorgänger. Beim anschließenden Fachsimpeln beschloss man, den nächsten Workshop dem Thema “Pfeilbau“ zu widmen.


















