Neues aus der Schützengilde

Jubiläum 50 Jahre Bogenabteilung

Kurt Riester • 30. Mai 2022

Bogenschützen feierten am Vatertag

Bei schönstem Frühlingswetter feierte die Schützengilde Hechingen am Vatertag das fünfzigjährige Bestehen ihrer Bogenabteilung. Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt und versammelten sich schon am Vormittag auf der Terrasse des Schützenhauses. 

Klaus-Peter Walter begrüßte die Gäste im Namen des Oberschützenmeisters Muzaffer Canga, der der Veranstaltung aus gesundheitlichen Gründen nicht beiwohnen konnte. In seinem schriftlichen Grußwort dankte der Vorsitzende den Gründungsmitgliedern und lobte die gute Entwicklung, die die Schützen- und Bogensparte sowie die Vorstandschaft in den letzten Jahren genommen hat.     

Drei bedeutsame Elemente des Bogenschießens hob die erste Beigeordnete der Stadt Hechingen, Dorothee Müllges, in ihrem Grußwort hervor, nämlich Konzentration, Intuition und Sorgfalt. Deshalb sei diese Sportart für Kinder und Jugendliche besonders geeignet und werde von der Stadt Hechingen im Rahmen der Sportförderung unterstützt. 

Nach den Grußworten von Wolfgang Musch vom Schützenkreis Zollernalb und Hendrik Rohm, dem Präsidenten des hiesigen Sportkreises, gab Kurt Riester, der Leiter der Bogensparte, einen Rückblick auf die Entstehung und Entwicklung des Bogensports. Dieser galt zu Beginn des 20 Jahrhunderts eine Zeit lang als olympische Disziplin und geriet infolge der Kriegswirren wieder in Vergessenheit. Bei den olympischen Spielen des Jahres 1972 in München erlebte das Bogenschießen schließlich eine Renaissance und blieb auch dem Hechinger Sportschützen Clemens Gern nicht verborgen, der während des Besuches der Elektromeisterschule in Sigmaringen diesen schönen Sport für sich entdeckte und in seinem Verein, der Schützengilde Hechingen, bekannt machte. Schnell fanden sich weitere Bogenschützen und Schützinnen und noch im Olympiajahr 1972 stellten sich bei Clemens Gern erste sportliche Erfolge ein. Schon nach wenigen Jahren richtete man in Hechingen Kreis- und Bezirksmeisterschaften im Bogenschießen aus – in Ermangelung eines eigenen Bogenplatzes anfänglich noch im Weiherstadion.
  
Im Jahre 1994 ging der Wunsch nach einem eigenen Bogenplatz in Erfüllung, welcher direkt neben dem Schützenhaus in der Niederhechinger Straße angelegt wurde. Die vorwiegend jungen Schützinnen und Schützen hatten somit eine optimale Trainingsörtlichkeit und konnten ihre Leistungen mit dem damals wie heute beliebten olympischen Recurvebogen stetig verbessen. Unter den ersten erfolgreichen Bogenschützen befanden sich neben Clemens Gern auch die Brüder Klaus-Peter und Rolf Walter. Sie alle sind heute noch im Schießsport aktiv und fühlen sich dem Bogensport verbunden. Am Ende seines Vortrages bedankte sich Riester bei den drei Gründern der Bogenabteilung und überreichte ihnen eine Ehrenurkunde und ein Präsent.
 




Es folgte ein Überblick über den derzeitigen Stand der Bogenabteilung mit ihren mehr als 70 Mitgliedern. Neben dem olympischen Recurve sind insbesondere Blank- und Compoundbögen beliebt und können auch im vereinseigenen 3D-Parcours geschossen werden. Viele Mitglieder sind als Freizeitschützen unterwegs und etliche weisen regelmäßig Erfolge bei Meisterschaften auf Landes- und Bundesebenebene auf. 


Am Nachmittag fanden viele Besucher den Weg auf den Bogenplatz, wo in einem Vortrag Interessantes zur Geschichte von Pfeil und Bogen zu erfahren war. Weiterhin bestand die Möglichkeit zum Schnupperschießen, wovon reger Gebrauch gemacht wurde. Ein weiterer Höhepunkt war das Schießen mit Pfeil und Bogen auf Schaumstoffscheiben, die von einer Wurfmaschine hochgeschleudert wurden. Um zu treffen war einiges Geschick erforderlich. Benutzt wurden sechsfach befiederte Pfeile, was bei den Teilnehmern auf große Begeisterung stieß. 


Den sportlichen Höhepunkt des Tages bildete ein Bogenturnier, welches nach eigens dafür erfundenen Regeln durchgeführt wurde. Geschossen wurde auf eine vorher nicht bekannte Distanz sowie Scheibenauflagen unterschiedlicher Verbände. Für die zahlreich angereisten Schützinnen und Schützen befreundeter Vereine hieß es, paarweise gegeneinander anzutreten und durch möglichst gute Ringzahlen zu Punkten. Es folgten spannende Duelle, die von Harald Schäfer packend moderiert wurden. Geschossen wurde im KO-System und den Siegern, unter denen sich auch einige Schüler und Junioren befanden, winkten schöne Preise.


Nachdem der Andrang auf dem Bogenplatz am späten Nachmittag abgeebbt war, konnten es sich auch die Mitglieder der Bogenabteilung im Biergarten des Schützenhauses gemütlich machen. Dort ließen sie einen rundum gelungenen Festtag in angenehmer Atmosphäre ausklingen. 



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